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Der Hanf und seine Produkte

Die Rauschdroge Cannabis wird in zwei Variationen gebraucht: in den Ländern Amerikas vor allem als Marihuana, in Asien und Afrika häufiger als Haschisch, in Europa sind beide Varianten gebräuchlich.

Jedes Mal handelt es sich um Verarbeitungen des Hanfs, und zwar der blühenden weiblichen Pflanzen. Unter Marihuana versteht man dabei ein tabakartiges Gemisch aus den getrockneten Blättern und Blüten, während das wesentlich stärkere Haschisch das reine, unveränderte Harz aus den Blütenspitzen ist.

Das wahrscheinlich stärkste Hanfgewächs ist der in Südindien heimische Cannabis sativa var. indica. je weiter nördlich er wächst - je schwächer also die Sonnenbestrahlung ist -, um so geringer ist der Anteil an Cannabinolen (so nennt man die berauschenden Wirkstoffe) und um so milder ist der Rausch.

Auch in unseren nördlichen Breiten kann man den ein bis zwei Meter hohen Hanfstauden begegnen; man sieht sie gelegentlich in Vorgärten, wo sie mit ihren fingerförmig gefiederten Blättern und den dicken Blattbüscheln im oberen Sproßbereich ins Auge fallen. Inzwischen hat sich herumgesprochen, daß in heißen Sommern auch der europäische Hanf halluzinogene Substanzen entwickelt. Weil jedoch in unserem Klima selten die nötige hohe mittlere Tagestemperatur erreicht wird, werden Haschisch und Marihuana eingeführt - aufgrund der herrschenden Gesetze illegal.

Heute ist es auch in Deutschland üblich geworden, daß viele Schüler, als eine Art biologisches Hobby, Cannabis-Pflanzen züchten - wahrscheinlich weniger wegen der (kümmerlichen) THC-Ausbeute, sondern weil der Hanf ausgesprochen ästhetisch anzusehen ist und mit seinem raschen Wachstum ein mindestens so beeindruckendes Beispiel für Zuchterfolge ist wie die üblicherweise von Schülern angebauten Bohnen.

Haschisch stammt, in Form gepresster Harzplatten, aus dem Vorderen Orient (Türkei, Libanon), Afghanistan, Nepal, Indien, Pakistan, Vietnam oder Nordund Zentralafrika, während das schwächere Marihuana manchmal aus Mexiko kommt. Je nach Anbaugebiet, das der Kenner - sofern das Haschisch rein ist - meist schon der Farbe entnehmen kann, unterscheidet man zwischen Grüner Türke, Roter Libanese (zwei mildere Sorten), Schwarzer Afghane und Dunkelbrauner Pakistani (zwei starke Sorten). Es gibt Marihuana-Sorten (Kongo-Gras, Kenia-Gras), die kräftigem Haschisch an Wirkung kaum nachstehen, während andere (Acapulco Gold) wesentlich milder sind.

Ein Fachmann wie C. W. Waller weist darauf hin, dass die berauschende Potenz von Hanfpflanzen, die er im US-Staat Mississippi analysierte, zwischen den schwächsten und den stärksten Exemplaren schon um den Faktor 70 differierte; bei einem Vergleich auf internationaler Ebene dürften ähnliche Stärkeunterschiede zutage treten.

In Indien, das die Hanfdroge seit Urzeiten kennt, haben sich drei Namen eingebürgert, die für verschiedene Stärkegrade stehen: Bhang, Charas und Ganja.

Das begehrte Harz stammt aus den mikroskopisch kleinen Drüsenköpfchen der Blüten und oberen Laubblätter. Wenn diese durch Überdruck platzen, fließt das Harz aus und überzieht die Blättchen mit einem klebrigen Film. Die Bauern gehen zur Blütezeit mit Lederschürzen oder Lederhosen durch die Hanffelder. Dabei bleibt das Harz am Leder kleben und kann mit dem Messer wieder abgeschabt werden. Dann wird es zu größeren Stücken geknetet und in Leinen eingenäht. Für den Genuss werden Stückchen der harten Haschisch-Platte, am besten in einem Mentallöffel über einer Kerzenflamme, erwärmt und zerbröselt. Ungefähr ein Gramm dieser Krümel vermengt man dann mit etwas feingeschnittenem Tabak und dreht die Mixtur wie eine gewöhnliche Zigarette (joint) oder raucht die Haschischkrümel auch pur in einer Spezialpfeife mit kleinem Tonkopf und langem Holzstiel, in der komplizierten Wasserpfeife oder aus einer kleinen Glaspfeife. Weitere Genussmöglichkeiten sind, das Harz mit Wein oder anderen Flüssigkeiten vermengt zu trinken, es dem Essen beizumischen oder es in Plätzchen zu verbacken. Hermann Hesse jedenfalls lässt seinen Steppenwolf die - nur aus den geschilderten Umständen näher zu erratende - Droge ganz modern mittels einer Zigarette inhalieren und dann in ein verwirrendes Magisches Theater eintreten: »Angenehm duftete der süße schwere Rauch, ich fühlte mich ausgehöhlt und bereit, ein Jahr lang zu schlafen ... « .

Kaltes Marihuana bzw. Haschisch hat einen eigentümlichen, schwer zu beschreibenden Geruch, der bei Erhitzung noch wesentlich intensiver wird und entfernt an Thymian oder verwandte Gewürze erinnert. Besonders trainierte Hunde (Hasch-Hunde) können noch kleinste Spuren der Cannabis-Drogen schnuppern. Der in München eingesetzte Polizeihund Dingo konnte sogar in den Hohlräumen von Autos eingeschweißtes Haschisch aufzuspüren (Südd. Zeitung vom 18. 7. 1980). Den wahrscheinlich besten Spürsinn für Cannabis haben aber die weiblichen Kohlweißlinge. Dieser Schmetterling vermag sogar die einzelnen Sorten zu unterscheiden, und zwar durch seine unterschiedliche Abneigung gegen diesen Geruch: Nach Untersuchungen zweier britischer Forscher ist die Abneigung gegen mexikanischen Stoff zwanzigmal größer als gegen türkischen, auf dem sie ihre Eier nur ablegen, wenn sonst kein Nistplatz geboten wird (Südd. Zeitung vom 7.6. 1980).

                      Quelle: Handbuch der Rauschdrogen

Die bekanntesten Cannabis-Produkte

So wie es unzählige Anbaugebiete für Wein, viele Sorten Schnaps und noch eine ganze Reihe anderer Alkoholprodukte gibt, die die Beliebtheit dieser Rauschdroge als Genußmittel und »Sorgenbrecher« widerspiegeln, so kennen die Cannabis-Freunde entsprechend viele Bezeichnungen ihrer Droge, zu der noch einige wissenschaftliche Namen hinzukommen. Die folgende Zusammenstellung soll nicht zuletzt auch die bedeutende Rolle der, nach dem Alkohol, zweitwichtigsten Rauschdroge auf der Erde in Kulturgeschichte und Folklore festhalten.

Acapulco Gold: Marihuana aus Mexiko

Bhang: indisches Getränk (mit Blattspitzen der weiblichen Hanfpflanze, Gewürzen und Fruchtextrakten - das Gemisch kann auch geraucht werden) Blue Sky Blond. Marihuana aus Kolumbien

Brauner (dunkelbrauner) Pakistani: Haschisch-Sorte aus Pakistan

Bremer Gerichtsrat: eine in der Umgebung Bremens (illegal) gezüchtete Matihuana-Sorte, die hier nur als Beispiel für viele Versuche genannt sei, Cannabis auch in der Bundesrepublik, illegal, heimisch zu machen. Diese Sorten kommen, schon wegen der viel zu geringen Ausbeute kaum jemals auf den (Schwarz-)Markt, obgleich ihr THC-Gehalt, beispielsweise im heißen Sommer 1976, erstaunlich hohe Werte auch in unseren sonnenarmen Breitengraden zu erreichen vermag

Cannabinol: zähflüssiges Öl (das genaugenommen eine ganze Gruppe von Cannabinolen enthält, darunter allein 80 Abkömmlinge des Tetrahydrocannabinol)

Cannabis sativa var. indica: botanischer Name des indischen Hanf, eines der stärksten Hanfgewächse

Charas: das in Indien übliche Haschisch (reines Harz der weiblichen Blüten, das durch Auspressen und Auskochen gewonnen wird)

Ganja: etwa dreimal stärker als Bhang, wird aus besonders gezüchteten Hanfpflanzen gewonnen

gras: amerik. Slang für Marihuana

Grüner Marokkaner, Grüner Türke: Haschisch-Sorten aus Marokko bzw. der Türkei

Haschisch: das (meist gepreßte) Harz der weiblichen Hanfpflanze

Haschisch-Öl: hochkonzentrierte Haschisch-Lösung, die ungefähr zehnmal so viel THC enthält wie normales Haschisch in Plattenform, und somit bis zu hundertmal stärker angereichert ist als Marihuana

Humboldt Homegrown: Spezialzüchtung des kalifornischen (ursprünglich aus Hawaii stammenden) -- Sinsemilla

Kenia-Gras: Marihuana kräftiger Sorte aus Äquatorial-Afrika kif: (arab.) tabakartige Mischung aus Blüten und Blättern der weiblichen Hanfpflanze; davon abgeleitet kiffen = Cannabis rauchen.

Marihuana: tabakähnliches Gemisch aus den Blüten und Blätterspitzen der weiblichen Hanfpflanze (abgeleitet von dem Kosenamen Mary Jane bzw., spanisch Maria Juana)

Nepalese: Haschisch (meist in Plattenform mit Herkunftsstempel) aus dem nepalesischen Hochtal am Rande des Himalaya

Netherweed: Niederländische (daher der Name ~>Nether-) Züchtung der 90er Jahre mit ungewöhnlich hohem THC-Anteil

pot: amerik. Slang für Haschisch (von mexik. »potague« = Hanf)

Roter Libanese: Haschisch von libanesischen Feldern (wo man von der mehr und mehr schwindenden Kontrolle durch die schwache Regierung profitiert)

Schimmelafghan: sehr starke Haschisch-Sorte aus Afghanistan mit schimmelähnlichem Überzug

shit: (wörtl.: Scheiße) Slang für Haschisch

Sinsemilla: diese Marihuana-Sorte wird in der Wildnis der kalifornischen Nordküste angebaut, vor allem in den

Counties Mendocino und Humboldt, und weist durch Hochzüchtung einen besonders hohen Gehalt an THC auf

Synhexyl: synthetisches Tetrahydrocannabinol, das vor allem bei wissenschaftlichen Tier- und Menschenversuchen eingesetzt wird, weil sein THC Gehalt gut kontrolliert werden kann

Tee: deutscher Slang für Marihuana

Tetrahydrocannabinol: der halluzinogene Wirkstoff in Marihuana und Haschisch (genau: Delta-9-Tetrahydrocannabinol)

THC: Abkürzung für Tetrahydrocannabinol

                      Quelle: Handbuch der Rauschdrogen

Trocknen von Hanf in Peru

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